logo bezirksverband
Besucher:
Online:
6
Besucher heute:
5
Besucher gesamt:
95.229
Besucher pro Tag: Ø
30
Zählung seit:
 10.04.2010

Wie eine Woche Kindergeburtstag feiern

01.12.2004 - 12:00:00

Wie eine Woche Kindergeburtstag feiern

Keine andere Schule in Unterfanken sammelte im Jahr 2004 so erfolgreich Geld für den Fortbestand der Schullandheime wie die Grundschule Retzstadt (Lkr. Main-Spessart).

Deshalb fand die Ehrung der fleißigsten Spendensammler Unterfrankens auch dort statt. Die Urkunden an die sechs erfolgreichsten Schulen überreichte Unterfrankens Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer. Er ist Schirmherr des Schullandheimwerks Unterfranken.

Unter den Gästen genießen Schullandheime einen guten Ruf. "Das ist gut, weil man stets was Tolles tut" reimten die Kinder der Grundschule Grafenrheinfeld. "Zu jeder Jahreszeit holen die Schüler Tiere und Pflanzen aus dem Bach und untersuchen sie mit Begeisterung" berichtete Lehrer Rudolf Gampl. "Es ist wie Kindergeburtstag mit 30 Kindern, eine ganze Woche lang, schön aber anstrengend" zitierte Sofie Rothaug, Rektorin der Grundschule Retzstadt, eine Mutter.

Von Luxus könne man bei Schullandheimen nicht sprechen, betonte Rothaug bei der Begrüßung. Die Aufenthalte bildeten den Rahmen für Projekte, bei denen Kinder soziales Miteinander lernen und die Klassengemeinschaft gestärkt wird. "Wie der Sauerteig in einem Roggenbrot fördert das Zusammenhalt und Bekömmlichkeit."

Im SWU arbeiten die Träger der Schullandheime in Leinach (Lkr. Würzburg), Reichmannshausen (Lkr. Schweinfurt), Schwanberg (Lkr. Kitzingen), Schaippachsmühle (Lkr. Main-Spessart), Bauersberg, Rappershausen und Thüringer Hütte (Lkr. Rhön-Grabfeld) sowie Hobbach (Lkr. Miltenberg) zusammen. Die Heime finanzieren sich über ihre Träger, staatliche Zuschüsse und Spenden.

"An manche Unterrichtsstunde werdet ihr euch später nicht mehr erinnern können, aber einen Schullandaufenthalt vergesst ihr nie", prophezeite Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer den Kindern. Er lobte die eifrigen Sammler dafür, dass dank ihrer Hilfe die Schullandheime noch besser werden können.

In Unterfranken beteiligten sich heuer 62,4 Prozent der Volks- und Förderschulen, 61 Prozent der Realschulen, und 45,5 Prozent der Gymnasien an der Sammlung im März. Das Ergebnis fiel mit exakt 131 445,88 Euro um rund 20 000 Euro niedriger aus als im Vorjahr. 14 000 Euro gingen in Form von Klassenzuschüssen für Aufenthalte an die Schulen zurück. Für Ausstattung, Betreuung und Umbau der Schullandheime sowie Fortbildung wurden 82 500 Euro verwendet. In den künstlichen Bachlauf des Projekts Wasserkraft an der Thüringer Hütte flossen 13 000 Euro.

Ganz oben in der Sammelstatistik stehen die drei ausgezeichneten Grundschulen. In Retzstadt sammelte jeder Schüler im Schnitt 9,53 Euro ein, in Grafenrheinfeld 9,18 Euro und in Würzburg-Steinbachtal 8,62 Euro. Beste Realschule ist die Ludwig-Derleht-Schule in Gerolzhofen mit 5,47 Euro, beste Förderschule die Carl-Sonnenschein-Schule in Schweinfurt mit 4,21 Euro und bestes Gymnasium das Friedrich-List-Gymnasium in Gemünden mit 1,28 Euro (jeweils je Schüler).

"Schullandheime haben Zukunft", stellte SWU-Vorsitzender Rudolf Gampl in seiner Rede fest. Sie stünden auf den drei Säulen: engagierte Lehrer, pädagogisches Konzept und jährliche Schullandheimsammlung. So erstellen rund 150 Lehrer ehrenamtlich in Arbeitsgemeinschaften pädagogische Konzepte und sicheren damit die Schwerpunkte der Häuser. Manche Heime gleichen Wirtschaftsbetrieben; die in Hobbach und am Bauersberg kommen auf 750 000 Euro Jahresumsatz. Der 15-köpfige Vorstand arbeitet ehrenamtlich. Alle Heime haben ein pädagogisches Konzept. Am Bauersberg kann etwa die Rhön geologisch und geographisch erkundet werden. In Hobbach liegt der Schwerpunkt auf der Umweltbildung, in Leinach auf musischen Projekten.

Bei der Feier am Mittwoch zeigten die Kinder, dass sie nicht nur im Spendensammeln gut sind. Da gab es Lieder, Gedichte, einen Rap, Instrumentalmusik, Tänze und eine Geschichte von Schmunzelsteinen.

Quelle:
Mainpost
Ausgabe vom 01.12.2004

Mit Urkunden ehrte Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer die Schüler der Schulen, die in diesem Jahr am erfolgreichsten Spenden für die Schullandheime sammelten. Im Bild (von links) Schüler der Realschule Gerolzhofen, des Gymnasiums Gemünden, der Grundschule Steinbachtal Würzburg, der Grundschule Grafenrheinfeld, der Carl-Sonnenschein-Förderschule Schweinfurt und der Grundschule Retzstadt.

Zurück