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21. Symposium des SWU auf dem Bauersberg

09.10.2015 - 12:00:00

"Null Bock auf Natur?"
21. Symposium des SWU auf dem Bauersberg

Vom 9. auf den 10. Oktober 2015 fand das traditionelle Symposium zum dritten Mal auf dem Bauersberg statt. Vorsitzender Jochen Heilmann konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen.

In Vertretung des Schirmherren des SWU, Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, überbrachte Abteilungsdirektor Bertram Eidel dessen Grüße. Er unterstrich die Bedeutsamkeit der Aktion „Grundwasserschutz“ gerade im trockenen Unterfranken. Von der Regierung und ihren nachgeordneten Dienststellen erhalte das Schullandheimwerk deshalb jederzeit bereitwillig Unterstützung, wenn es um Gewässerschutz, Wasserschule oder MINT-Labor geht. Das wurde auch durch die Anwesenheit von Dr. Anne-Kathrin Jackel und Christian Guschker, an der Regierung von Unterfranken zuständig für die Aktion Grundwasserschutz, und Leonhard Rosentritt, Amtsleiter des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen deutlich. In problemloser Zusammenarbeit mit der Flussmeisterei Salz wurden die Querenteiche und ein Steg rechtzeitig zum Symposium fertiggestellt, um das Modul „Gewässergüteuntersuchung“ um eine chemische Analyse zu erweitern.

Durch seine Anwesenheit zeigte der „Hausherr“ des SLH Bauersberg, Dr. Sebastian Remelé, Oberbürgermeister der Stadt Schweinfurt, seine besondere Wertschätzung. Er sagte zu, weiterhin verlässlich für den Bauunterhalt des Bauersbergs zu sorgen.

Der stellvertretende Landrat des Landkreises Rhön-Grabfeld, Peter Suckfüll dankte besonders den Lehrkräften, die SLH-Aufenthalte durchführten. Er freue sich, dass im Landkreis Rhön-Grabfeld mit dem Rhöniversum drei hochwertige Bildungseinrichtungen, die zusammenarbeiten, zur Verfügung stehen.

Aktive, ehemalige Schullandheimer und Gäste aus Behörden, Verbänden und Schule waren zum Festakt ins SLH Bauersberg gekommen.

Vordere Reihe von links: Rudolf Suttner (Landesvorsitzender BSHW), Bertram Eidel (Abteilungsdirektor an der Regierung von Unterfranken), Dr. Sebastian Remelé (Oberbürgermeister der Stadt Schweinfurt), Peter Suckfüll (stellvertretender Landrat Rhön-Grabfeld).

Udo Baumann, 1. Bürgermeister der Stadt Bischofsheim, der aus nächster Nähe die erfolgreiche Entwicklung des SLH mitverfolgen kann, wie auch Klaus Spitzl, 2. Bürgermeister von Oberelsbach und Geschäftsführer des Naturparks Rhön, waren unter den Gästen.

Die Lehrerschaft war vertreten durch Gerhard Bless, Vorsitzender des Unterfränkischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes. Bless unterstrich die dringende Notwendigkeit von SLH-Aufenthalten, weil nur dort durch praktischen Tun / emotionales Lernen ein Gegengewicht zu der zunehmenden Verkopfung in der Schulbildung möglich ist; gleichzeitig fänden soziale Prozesse statt, die für eine Bildung der Persönlichkeit sehr wertvoll seien. Er sagte dem SWU seitens des ULLV seine volle Unterstützung zu.

Traditionell werden be SWU-Symposien auch zukünftige Lehrkräfte eingeladen. So waren auch die Seminarrektorinnen Roswitha Bolvansky, Stephanie Reuver-Schell und Gudrun Peters mit ihren Seminaristen unter den Gästen, um am nächsten Tag aktiv als Teilnehmer an den Workshops Unterrichtsmodule auszuprobieren. Vom benachbarten Regionalverein war SWO-Vorstandsmitglied Rudolf Holzheu und die Geschäftsführerin Sandra Böhner zu Gast.

Jochen Heilmann unterstrich in seiner Begrüßung, dass in den unterfränkischen Schullandheimen frühzeitig Strömungen in Gesellschafts-, Umwelt- und Schulpolitik mit aufgenommen würden, um didaktisch-methodisch aufbereitete Module für die unterrichtlicher Arbeit anzubieten, die durch ehrenamtlich tätige Lehrkräfte in Heimbeiräten oder Arbeitsgemeinschaften entwickeln und in Kooperation mit Fachwissenschaftlern evaluiert werden.

Mit dem vom Bayerischen Schullandheimwerk überarbeiteten Gütekriterienkatalog heben sich bayerische Schullandheime deutlich von den auf touristisch und rein erlebnishaft ausgerichteten Angeboten zahlreicher Beherbergungshäuser ab. Dieser Qualitätsanspruch, den auch das SLH Bauersberg in jeder Hinsicht erfüllt, dient dem Sozialministerium, das für die finanzielle Förderung der Schullandheimarbeit zuständig ist, als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für die Bewilligung von Investitionszuschüssen.

Rudolf Suttner, Landesvorsitzender des BSHW und eng mit den Geschicken des Bauersbergs und des SWU vertraut, befragte in einer Art Podiumsinterview die Fachleute Bertram Eidel (Regierung), Oliver Dauberschmidt (Diplombiologe und Redakteur der Zeitschrift „ich TUWAS“), Gerhard Bless (Lehrerverband) und Dr. Andrea Schmidt (fachliche und pädagogische Leiterin des Studienhauses am Bauersberg) zu ihren Vorstellungen über das Schullandheim Bauersberg. Das Modul „Wasser“ sei hinsichtlich nachhaltiger Bildung im Umweltschutz und Förderung des naturwissenschaftlichen Verständnisses in MINT-Fächern unverzichtbar geworden. Als Antwort auf die schwindende Kenntnis der heimischen Natur und Umwelt könnten Lehrkräfte am Bauersberg nun Bausteine zum Lebensraum Boden des „Ich TU WAS“-Projekts einsetzen. Schullandheimaufenthalte mit ihren praktischen, emotionalen und erlebnishaften Inhalten seien ein notwendiges pädagogisches Gegengewicht gegen die zunehmende „Verkopfung“ von Schule. Schließlich würden die die Module mit guter Ausstattung und personeller Betreuung sehr häufig in Anspruch genommen.

Dr. Helga Rolletschek (Didaktik Biologie, Kath. Uni Eichstätt-Ingolstadt) führte in ihrem lebendigen und unterhaltsamen Grundsatzreferat „Null Bock auf Natur?“ die Notwendigkeit von Naturerfahrungen von Anfang an für die gesunde mentale, soziale und physische Entwicklung eines Kindes vor Augen. Durchorganisierte Kindheit, Überbetonung von „Gefahren“ (Zecken, Tollwut…) und Medienkonsum seien starke Hindernisse. Der wachsenden Naturentfremdung kann auf den Ebenen Stadtplanung, Freizeit, Elternhaus und Schule begegnet werden. Letztere kann durch SLH-Aufenthalte, speziell „ich TU-WAS“ Schullandheime, grundlegende Kompetenzen und Naturerfahrungen vermitteln.

Am folgenden Tag konnten die Teilnehmer des Symposiums in vier Arbeitsgruppen praktische Erfahrungen vor Ort sammeln: „Leben in der Laubstreu“, „MINT-Forscher auf den Spuren der Köcherfliege“ (beide SLH Bauersberg), „Energieforscher“ (Versuche aus dem SLH „Thüringer Hütte“) und „Auf den Spuren der Wildkatze“ (Umweltbildungsstätte Oberelsbach).

Mit einer gegenseitigen Präsentation der Ergebnisse endete ein gelungenes Symposium.

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