logo bezirksverband
Besucher:
Online:
6
Besucher heute:
5
Besucher gesamt:
95.229
Besucher pro Tag: Ø
30
Zählung seit:
 10.04.2010

Ein Rhöniversum mit drei Sternen

18.06.2012 - 12:00:00

Ein Rhöniversum mit drei Sternen

Kooperation von Umweltbildungsstätte, Thüringer Hütte und Schullandheim Bauersberg

WÜRZBURG/SCHWEINFURT Das Biosphärenreservat Rhön gilt dank verschiedenster Initiativen auch international als Region der Zukunft, als Vorreiter mit einer wichtigen Vorbildfunktion. Im Kilianshaus in Würzburg wurde nun erneut eine Initiative vorgestellt, die als einmalig in Deutschland und wohl auch darüber hinaus gilt: Das „Rhöniversum“. Unter diesem Titel und dem Motto „Ein Kosmos voller Leben“ kooperieren künftig gleich drei Umweltbildungseinrichtungen mit jeweils unterschiedlichen Trägern in der bayerischen Rhön. Dies ermögliche es, im bayerischen Teil des Biosphärenreservats ein Umweltbildungsangebot zu machen, das in seinem Umfang und seiner Breite „bundesweit seinesgleichen sucht“.

Die Präsentation fand in den Räumen der Diözese statt, da diese bekanntlich Träger des Schullandheimes und Jugendhauses Thüringer Hütte ist. Den zweiten Stern im Rhöniversum stellt das Schullandheim Bauersberg dar, das im Besitz der Stadt Scheinfurt ist, aber vom Schullandheimwerk Unterfranken betrieben wird. Den Verbund rundet schließlich die neue Umweltbildungsstätte Oberelsbach, die in der nächsten Woche eröffnet wird und über eine GmbH von Naturpark Rhön und Gemeinde Oberelsbach betrieben wird.

Sowohl Domkapitular Christoph Warmuth wie auch der Vorsitzende des unterfränkischen Schullandheimwerkes, Matthias Galmbacher waren sich mit Oberelsbachs Bürgermeisterin Birgit Erb einig, dass mit der Kooperation ein Meilenstein für die Umweltbildung erreicht worden ist.

Mit dem Bau der neuen Umweltbildungsstätte in Oberelsbach seinen Befürchtungen aufgekommen, es könnten zu Konkurrenzsituationen entstehen. Doch statt zu einem Verdrängungswettbewerb, sei es zu einem „Dreierbund für die Umwelt“ gekommen, wie Domkapitular Warmuth betonte. Dieser ermögliche es, voneinander zu lernen und unterschiedliche Akzente zu setzen, womit letztlich alle Einrichtungen gestärkt würden.

In der Thüringer Hütte bilden die Themen Energie und Natur als Gottes Schöpfung den Schwerpunkt, wie Warmuth erläuterte. In der Einrichtung mit etwa 60 Betten investiert die Diözese gerade in zwei ungewöhnliche Gebäude. Zum einen entsteht dort gerade ein Energiehaus, ein Schulungshaus, das mehr Energie produziert, als es verbraucht, und ein Erdhaus, eine Art Höhle zum Wohnen und Übernachten in Gruppen, wie der Leiter der Einrichtung, Günter Werner informierte.

Die Häuser sollen im September 2012 eröffnet und im Oktober 2012 eingeweiht werden. Daneben erschließe der benachbarte Franziskusweg Menschen unterschiedlicher Weltanschauung und religiöser Überzeugung Zugänge zu einer zeitgemäßen Schöpfungsspiritualität.

Schwerpunkt in der Oberelsbacher Umweltbildungsstätte mit ihren 72 Betten sind die Themen Mensch, dörfliche Kultur oder auch Brauchtum, Handwerk, Landwirtschaft, regionale Produkte und nachhaltiger Konsum. Die Umweltbildungsstätte soll, nach den Worten von Erb, regional bewirtschaftet werden und ein Haus für ganzheitliche Umweltbildung sein, auch für die Erwachsenenbildung.

Das Schullandheim Bauersberg mit 97 Übernachtungsmöglichkeiten setzt seinen Akzent schon seit vielen Jahren auf die Themen Wasser und Erde, Geografie und Geologie.

Insgesamt, so betonte Klaus Spitzl, Geschäftsführer des Vereins Naturpark und Biosphärenreservat Rhön, umfasse das pädagogische Konzept der drei Einrichtungen künftig mehr als 200 Unterrichtsmodule, unter denen künftige Besuchergruppen auswählen können und bei der Umsetzung von Fachkräften vor Ort unterstützt werden. Bei der Breite und Qualität dieses Angebots, zeigten sich die Vertreter aller Einrichtungen höchst zuversichtlich, ausreichende Belegungszahlen zu erreichen. Immerhin bieten die drei Einrichtungen zusammen rund 200 Betten an. Der Einzugsbereich werde sich über Unterfranken hinaus auf ganz Deutschland erweitern. Wie der Leiter der bayerischen Verwaltungsstelle für das Biosphärenreservat, Michael Geier berichtete, seien auch zahlreiche ausländische Gäste zu erwarten, da schon jetzt international ein starkes Interesse an Informationen über das Biosphärenreservat Rhön besteht.

Dazu werben die drei Einrichtungen gemeinsam mit Flyern und mit einem gemeinsamem Auftritt im Internet. Jüngst wurden zum Beispiel 4.500 Briefe an alle bayerischen Schulen versendet, in denen sich die neue Kooperation vorstellte. Wie Bernd Fischer, Geschäftsführer der Umweltbildungsstätte erläuterte, geht die Zusammenarbeit darüber hinaus. So arbeitet man bei der Belegung der Häuser vernetzt zusammen, um Interessenten auch auf die anderen Häuser verweisen zu können.

Bei aller positiven Stimmung wurde ein Thema nicht verschwiegen. So hat das Schullandheim Bauersberg noch einige Probleme. Nicht nur, dass es hier baulich einigen Nachholbedarf gibt, die Stadt Schweinfurt will sich auch als Eigentümer zurückziehen. Es sei eine wichtige Aufgabe, den Bauersberg als vorwertiges Mitglied im Rhöniversum zu ertüchtigen, stellte daher Michael Geier fest. Denn diese Einrichtung sei unverzichtbar.

Und auch hier bahnen sich Lösungen an, wie Matthias Galmbacher berichtete. So könnte die dringend benötigte Turnhalle demnächst doch noch errichtet werden.

Keinen Zweifel gibt es allen Beteiligten auch über die Wichtigkeit und Unerlässlichkeit von Umweltbildung. „In einer begrenzten Welt kann es keinen unbegrenzten Wachstum geben“, stellte dazu Klaus Spitzl fest und Christoph Warmuth ergänzte, dass es auch aus Sicht der Theologie ein unverzichtbarer Auftrag sei, die Bedeutung eines respektvollen Umgangs mit der Schöpfung immer wieder neu zu vermitteln.

Quelle:
Mainpost
Ausgabe vom 18.06.2012

Die Träger des Rhöniversums: Matthias Galmbacher, Birgit Erb und Domkapitular Christoph Warmuth stellten für die drei Träger den neuen Verbund der Rhöner Umweltbildungseinrichtungen vor.
Foto: Thomas Pfeuffer

Dreierbund für die Umweltbildung: Künftig werden das Schullandheim und Jugendhaus "Thüringer Hütte" (linkes Bild), das Schullandheim Bauersberg (mittleres Bild) und die neue Umweltbildungsstätte in Oberelsbach (rechtes Bild) unter dem Titel "Rhöniversum" zusammenarbeiten.

Zurück