Auf Wolfsjagd

Verlauf:

Schullandheim Hobbach – Hobbacher Hochbehälter – Aulenbacher Forst – Geißhöhe – Neuhammer oder über Unteraulenbach – Hobbach – Neuhammer – zurück zum Schullandheim

Länge:


- Variante Geißhöhe/Neuhammer 8 km, 2.5 Stunden
- Variante Unteraulenbach/Neuhammer 11 km, 3.5 Stunden

Markierungen:

Schwarzer Wolfskopf (Schullandheim Hobbach – Geißhöhe)
Rotes Dreieck bzw. rote Andreaskreuz (ab Geißhöhe)

Tourenbeschreibung:


Unser Wanderzeichen “schwarzer Wolfskopf“ entdecken wir erstmals an einem Baum unter dem Abenteuerspielplatz. Wir steigen daran vorbei hoch zum geschotterten Planweg, der parallel zum Hang von Wintersbach herkommt. Auf diesem Weg wandern wir bis an das erste Haus von Hobbach. Links ist eine Scheune, daneben ein großer Baum, an dessen Stamm unser Wanderzeichen den Hang hinauf zum Waldrand deutet. Am Waldrand angekommen verläuft unser Weg rechts weiter zum Hochbehälter von Hobbach. Jetzt haben wir noch einmal eine herrliche Aussicht auf Hobbach und das Elsavatal, bevor uns der Wald endgültig aufnimmt. Wir gehen auf unbefestigtem Waldweg allmählich höher, überqueren eine Forststraße und kommen dann auf die Höhe, wo sich unter Buchen mehrere Wege kreuzen. Wir wenden uns nach ein paar Metern nach links, kommen an einer Suhle vorbei und stoßen dann auf eine Forststraße, die aus dem Aulenbacher Tal heraufkommt. Unterhalb von uns ist das Schloss Oberaulenbach, der Blick dorthin is allerdings nur möglich, wenn die Bäume unbelaubt sind. Wir folgen der Forststraße sanft bergauf und kommen nach ca. 300 m an eine Buche, die unser Wanderzeichen doppelt trägt. Ein Pfeil weist in die Richtung, in der wir nach 20 m Abstieg den Wolfsfang finden.

Variante I:


Wer zur Geißhöhe will, muss auf der Forststraße, auf der wir zum Wolfsfang gekommen sind, weiterwandern mit der schon gewohnten Markierung, bis nach etwa 40 Minuten das Spessartbundzeichen “rotes Dreieck“ die Nähe zur Geißhöhe anzeigt. Dem “roten Dreieck“ nach links folgend steht man nach wenigen Minuten am Nordwesteingang der Geißhöhe. Ab hier zeigt das “rote Andreaskreuz“ den teilweise steilen Abstieg zum Weiler Neuhammer. Bis zum Schullandheim sind es nur noch einige Schritte.

“Durchschlagübung“


Wer vom Bergsteigen genug hat und abenteuerlustig ist, kann jetzt ohne Weg den Hang weiter hinuntersteigen quer durch den Wald, bis das Wasserschloss Oberaulenbach erreicht ist. Von da kann man auf einer Teerstraße nach Unteraulenbach wandern. Zum Schullandheim geht eine geteerte Straße nach und durch Hobbach.

Variante II:

Wer dem “roten Dreieck“ in die andere Richtung folgt, gelangt nach einer Stunde sanften Abstiegs vorbei am Schloss Oberaulenbach hinunter nach Unteraulenbach. Ab hier gibt es eine Teerstraße nach Hobbach. Nach der Brücke an den Hobbacher Kirchen geht der Weg auf dem ehemaligen Bahndamm zurück zum Schullandheim.

Wissenswertes:

· Wolfsfang

Der Wolfsfang im Aulenbacher Forst ist ein einzigartiges Relikt der Jagdgeschichte aus der Zeit, als es im Spessart noch Wölfe gab. Der letzte Spessartwolf ist nachweislich 1795 erlegt worden. Das heißt, dass der gemauerte Wolfsfang älter als 200 Jahre sein muss. Die gleichen Wolfsfänge sind heute noch in den italienischen Abruzzen in Gebrauch. Die Einrichtung sieht aus wie ein gemauerter Brunnenschacht mit ca. 1,6 m Durchmesser und gut 3 m Tiefe. Als Köder für die Wölfe diente ein Lamm oder ein Zicklein. Diese wurden auf eine Art Podest gebunden, das auf einem Pfahl befestigt war. Der Pfahl steckte in der mit Zweigen getarnten Wolfsgrube und überragte deren Rand höher, als der Wolf zu springen vermochte. War der Wolf beim Versuch zum blökenden Lamm hinüberzuspringen in der Grube gelandet, wurde er darin getötet. Denkbar ist auch eine einfachere Vorgehensweise, wo der lebende Köder einfach in die Grube gesperrt wurde. Die früher übliche grundherrliche Abgabe der “Wolfshämmel“ steht im Zusammenhang mit der Abwehr von Wölfen. Auch das Märchen vom bösen Wolf und den sieben Geißlein wird einem beim Anblick des Wolfsfangs anschaulich. Der Wolfsfang im Aulenbacher Forst war lange Zeit verschüttet, bis ihn vor einigen Jahren interessierte Männer aus Hobbach wieder ausgruben.

· Wasserschloss Oberaulenbach

Das Schloss Oberaulenbach war ursprünglich eine sogenannte Spessarter Forsthube, so wie der Unterschnorrhof in Krausenbach, die Mole (Höllhammer) unter Heimbuchenthal und Mespelbrunn. Das waren im Mittelalter Stützpunkte der Forstaufsicht und der Jagdorganisation, von der Mainzer Landesherrschaft verliehen an adlige Verwaltungsbeamte. Als Herren von Oberaulenbach treffen wir nacheinander den Deutschen Orden, die Familien Kottwitz von Aulenbach (Stadtschloss in Klingenberg!) und ab 1693 die Herren von Mairhofen, deren Familie bis heute das Schloss bewohnt. Die Baugeschichte des Schlosses reicht zurück ins 15. Jahrhundert, das heutige Aussehen wurde gegen 1600 erreicht. Die Wirtschaftsgebäude wurden um 1755 neu gebaut, die Brücke über den Schlossgraben trägt die Jahreszahl 1788.