Wenn Mars und Venus sich bei Bischofsheim treffen

31.10.2006 - 12:00:00

Wenn Mars und Venus sich bei Bischofsheim treffen

Neuer Planetenweg am Schullandheim Bauersberg hilft das Universum zu verstehen

Bischofsheim (me) Den Himmel auf die Erde holen und mit Lichtgeschwindigkeit die gewaltigen Dimensionen des Sonnensystems begreifbar machen - das gelingt am Schullandheim Bauersberg nun mit Hilfe enes Planetenwegs. Auf rund 900 Meter wurde das gesamte Sonnensystem "geschrumpft", um alle neun Planeten darzustellen.

Erarbeitet wurde der neue Planetenweg von den 13 Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft "Geografie" im Schullandheim. Geleitet wird die Arbeitsgemeinschaft von Dr. Ruth Klawitter. Viele Projekte seien in den vergangenen zehn Jahren in Partnerschaft mit der Uni Würzburg im Themenbereich Geographie und Geologie entwickelt, gebaut, getestet, umgesetzt und hinterfragt worden, so Klawitter in ihrer Begrüßung. Nun habe es sich die Arbeitsgemeinschaft zur Aufgabe gemacht mit dem Unterrichtsbaustein "Weltall" eine weitere Entwicklung des Schullandheimes anzustoßen.
Eigentlich beginne der Baustein "Weltall" schon im Gebäude des Schullandheims, denn an der so genannten Planetenwand ist eine Übersicht der Reihenfolge der Planeten dargestellt, erläuterte Ideengeber Hansjörg Keller. An der Planetenwand werde aber nicht nur die Reihenfolge der Planeten dargestellt, sondern auch die Anzahl und Platzierung der Monde und die Größe der jeweiligen Planeten.
Da eine maßstabsgetreue Wiedergabe der Planetenentfernung auf einer Wand nicht dargestellt werden könne, habe sich die Arbeitsgemeinschaft für einen Planetenweg in der Natur entschieden. Die Wand gebe lediglich einen Überblick über das Sonnensystem und sei als Fortsetzung der erdgeschichtlichen Wand der Weltentstehung zu verstehen. Vom Sonnenuhrmodell aus in Richtung Schwarzbach führt der neue Planetenweg. Dieser Planetenlehrpfad ermögliche ein Erlebnis, das kein anderes Medium vermitteln könne. Der Wanderer erfahre unmittelbar die für ihn ungewohnten Dimensionen des Sonnensystems, in dem die Erde der einzige für Menschen bewohnbare Ort ist.
Klar, dass die Sonnenuhr der Ausgangspunkt ist. 8,3 Meter entfernt steht dann die Tafel für den Merkur. Die Venus ist 15,5 Meter von der Sonnenuhr entfernt und dann kommt auch schon die Erde mit einer Entfernung von 21,6 Metern. Der Mars steht direkt hinter der Erde. Ein Stück des Weges zurückzulegen muss man, wenn man zur Tafel, die für den Jupiter steht, kommen will, die 112 Meter von der Sonnenuhr entfernt steht. Bei 646 Meter steht die Neptun-Tafel und schließlich der Pluto bei 852 Metern. Auch wenn der Pluto seit 2006 eigentlich nicht mehr als Planet anerkannt ist, hat ihn die Arbeitsgemeinschaft in die Auflistung aufgenommen.
Hansjörg Keller machte deutlich, dass nach dieser Berechnung die nächste Sonne, "Alpha Centauri", 5.850 Kilometer entfernt wäre. So müsste der Bischofsheimer Planetenweg im Kongo oder Afghanistan fortgesetzt werden. "Darauf haben wir aber verzichtet", so Keller schmunzelnd.
Zwei weitere Module gehören noch zum Unterrichtsbaustein "Weltall", die jedoch noch entwickelt und erarbeitet werden müssen. So soll das Thema "Orientierung am Nachthimmel" vertieft werden, wobei bedeutsame Sternbilder und Himmelsobjekte dargestellt werden sollen. Schließlich ist der modellhafte Aufbau des Weltalls geplant, mit Galaxien und umfangreichen Informationen zur Entstehung und Zukunft des Weltalls.
Bürgermeister Udo Baumann versicherte, er habe der Idee eines Planetenweges von Anfang an offen gegenüber gestanden. Gerne habe die Stadt Bischofsheim auch einen Wanderweg dafür zur Verfügung gestellt. Beeindruckt zeigte er sich vom Engagement und Ideenreichtum der Arbeitsgemeinschaft, der Lehrer aus allen Schulzweigen angehören. Als "sehr interessant" bewertet Baumann den Planetenweg, zeige sich doch, welchen Stellenwert die vergleichsweise kleine Erde im Universum habe. Der Planetenweg diene der "Volksbildung" und könne möglicherweise auch für die Erwachsenenbildung genutz werden.

Quelle:

Zeitungsartikel aus dem Rhön Saale Anzeiger
vom 31. Oktober 2006

Der neue Planetenweg am Schullandheim Bauersberg wurde nun fertiggestellt. Ideengeber Hansjörg Keller (2. von links) stellte Bürgermeister Udo Baumann (links) das Projekt vor. Mit im Bild die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Dr. Ruth Klawitter (3. von links) sowie die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft.

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