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10.08.2009 - 12:00:00
Astronomisch interessierte Jugendliche im Sommerzeltlager auf dem Bauersberg
Junge Astrofans aus Deutschland und Österreich verbrachten im Schullandheim am Bauersberg ihr Sommerlager.
BISCHOFSHEIM "Zwei Wochen Spaß für alle, die sich mit Naturwissenschaften beschäftigen", das versprach das diesjährige Astro-Sommerlager, das im Schullandheim am Bauersberg stattfand.
Astronomisch interessierte Jugendliche und die "alten Hasen" aus dem Amateur- und Profi-Bereich, Astro-Fans aus dem ganzen deutschsprachigen Raum trafen sich am Bauersberg und befassten sich in den zwei Wochen mit verschiedenen Themen aus Naturwissenschaft und Technik. Geboten wurden zehn Arbeitsgruppen, zahlreiche Vorträge und Workshops zu verschiedenen Gebieten der Astronomie, Raumfahrt und Physik.
Es handelte sich dabei um das astronomische Sommerlager der VEGA, Vereinigung für Jugendarbeit in der Astronomie, das von dem Berliner Tobias Opialla organisiert wurde. Im Camp am Bauersberg waren 46 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren aus ganz Deutschland und Österreich. Zehn Jugendleiter übernahmen die Programmgestaltung.
Astronomisch interessierte Jugendliche haben im Alltag meist nur wenig Möglichkeiten, sich auszutauschen und kennen zu lernen. Die VEGA biete daher allen interessierten Jugendlichen, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene, die Chance, dies in einem Sommerlager zu tun.
Das Programmangebot war sehr umfangreich. In den Arbeitsgruppen beschäftigen sich die Jugendlichen beispielsweise mit dem Thema Raumfahrt. Wie funktionieren eigentlich genau Raketen, warum heben sie vom Boden ab und funktionieren auch im Weltraum? Was ist eigentlich Schwerelosigkeit? Wie sieht es in den nächsten Jahren mit bemannter Raumfahrt aus? Wann landen wieder Menschen auf dem Mond und wer wird das sein?
Die visuelle Deep-Sky-Beobachtung, also die Beobachtung von Objekten außerhalb unseres Sonnensystems, werde von vielen eher vernachlässigt, weil es nur um irgendwelche schwachen, milchigen Flecken gehe. In dieser AG wurde thematisiert, wie aus den milchigen Flecken Galaxien, Nebel und Sternhaufen werden können, welche Faszination dahinter steckt, wie man sie am Himmel findet und was dazu notwendig ist.
Immer noch geben Planeten Rätsel auf, zu denen in der AG "Planeten" ein paar Fragen geklärt wurden. Denn wie und wo entstehen Planeten eigentlich? Was genau ist eigentlich ein Planet? Nach welchen Gesetzen bewegen sich Planeten? Und wann ist ein Planet bewohnbar?
Auch der Planet Erde wurde genau unter die Lupe genommen. Wann und wie ist die Erde entstanden? Wie und unter welchen Voraussetzungen hat sich das Leben auf der Erde entwickelt?
An den Himmel schauen - ist etwas, das Astronomen oft tun. In der AG "Kulturgeschichte der Astronomie" gingen die Teilnehmer der Frage nach, wie das alles anfing. Welche Vorstellungen machte sich die Menschheit seit ihrem Anbeginn von diesem Teil ihrer Umwelt? Über diese und andere Fragestellungen wurde klar, dass die moderne Astronomie nicht vom Himmel gefallen ist. In einigen Experimenten konnte nachvollzogen werden, wie die Astronomen schon im Altertum zu recht genauen Vorstellungen von Form und Größe der Erde kamen.
In der AG "Astrofotografie" wurde vermittelt, wie ohne großen Aufwand detailreiche Sonnen-, Mond- und Planetenbilder mit einer Digitalkamera erzielt werden können.
Während des Camps wurden auch wieder viele Vorträge von Professoren und Wissenschaftlern, darunter sowohl erfahrene Amateur- als auch Berufsastronomen aus ganz Deutschland gehalten. Die Vortragsthemen erstrecken sich von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen bis hin zu praktischen Tipps und Tricks, die dann ausführlich getestet werden können. Für echte Mathefans wurde der Oberstufenstoff in wenigen Tagen durch genommen, auch für 14- und 15-jährige Astro-Fans kein Problem, meinte Opialla.
Der Tagesablauf im Camp ist eher ungewöhnlich. Da die Astro-Fans vor allem nachts aktiv sind, wird der Vormittag zum Schlafen genutzt. Frühstück gibt es bis 11 Uhr. Der Rhöner Nachthimmel sei für Beobachtungen geradezu ideal, sagte Tobias Opialla. Leider wurde die Beobachtung in der zweiten Woche durch den Vollmond erschwert, der taghell am Nachthimmel stand und alle anderen lichtschwachen Objekte verschwinden ließ. Besonders zu erwähnen sei der Jupiter, der in diesen Tagen richtiggehend blendete. Gegen Morgen konnte sogar mit einem einfachen Fernglas das Siebengestirn am Himmel ausfindig gemacht werden. Wenn es dann gegen 4.30 Uhr hell wurde, krochen die Hobby-Astronomen in die Schlafsäcke, meist wurde der Rest der Nacht dann draußen verbracht.
Das Sommerlager feierte heuer sein zehnjähriges Jubiläum. Mit der Sonnenfinsternis 1999 fing alles an. Am Bauersberg ist das Astro-Sommerlager bereits zum dritten Mal, da hier optimale Bedingungen herrschen. Um Abwechslung in den Ablauf zu bekommen, werden sie allerdings im Jahr 2010 in den Thüringer Wald gehen, doch zum Bauersberg kommen sie auch wieder, das steht heute schon fest.
Quelle:
Zeitungsartikel aus der Rhön- und Saalepost
vom 10.08.2009