Ohne Wasser wächst und lebt nichts

20.10.2008 - 12:00:00

Ohne Wasser wächst und lebt nichts

Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer über ein faszinierendes Element

Bischofsheim (mc). Als Schirmherr und Pate der Wasserschule Unterfranken hielt Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer ein Grundsatzreferat zum Thema "Wasser erleben - Nachhaltigkeit lernen". Beinhofer konzentrierte sich auf die nachhaltige Nutzung von Wasser. "Ohne Wasser wächst nichts und ohne Wasser lebt nichts. Nur durch ausreichendes und sauberes Wasser ist es möglich, so zu leben, wie wir es gewohnt sind."

Wasser sei praktisch überall vorhanden, sichtbar oder unsichtbar, als Lebensmittel, als Lebensraum, im Boden, als Element im Körper, als gestaltendes Element in der Landwirtschaft, im weltumspannenden Wasserkreislauf, für den Transport und zur Energieerzeugung - kurzum als faszinierendes Element, das einmal flüssig, einmals gasförmig oder im Winter auch fest sein kann.

Der nachhaltigen Nutzung von Wasser komme in Unterfranken seit jeher eine große Bedeutung zu. Viele Bereiche in Unterfranken seien mit Wasser nicht gerade reich gesegnet. Das treffe vielleicht nicht auf die Gegend um den Bauersberg zu, doch hier zeige sich eine Besonderheit Unterfrankens, nämlich die deutlich ungleiche Verteilung der Niederschläge. Während es an den Westhängen der Rhön im Mittel jährlich 800 bis 1.100 Millimeter regnet oder schneit, sind es, keine 40 Kilometer entfernt, etwa im Schweinfurter Becken, nur rund 500 Millimeter. Die relativ niedrigen Niederschlagsmengen in Unterfranken seien eine besondere Herausforderung für die Wasserversorgungsunternehmen, die Landwirtschaft und die Menschen, die hier leben.

Das sei auch der Grund der Regierung von Unterfranken, vor nunmehr acht Jahren die "Aktion Grundwasserschutz - Trinkwasser für Unterfranken" ins Leben zu rufen. Vielfältige Projekte zielen darauf ab, die Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit zu fördern, Eigenverantwortung zu wecken und zu einer nachhaltigen Entwicklung in Unterfranken beizutragen.

Doch bevor derartige Forderungen auch tatsächlich umgesetzt werden können, sei es unabdingbar, der Bevölkerung aufzuzeigen, um was es bei der Nachhaltigkeit eigentlich gehe: Aufzeigen der aktuellen Situation, Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur und allen Lebensbereichen fördern und Möglichkeiten für umweltbewusstes Handeln aufzeigen.

Zuallererst müsse bei den Kindern und Jugendlichen begonnen werden, die in wenigen Jahren selbst die Zukunft ihrer Heimat gestalten werden. Der Schule und den Lehrkräften komme hier eine große Verantwortung zu. Die Wasserschule sei hierfür entwickelt worden und ein Angebot, das in Deutschland und wohl auch über die Grenzen hinaus bislang einmalig sei, so Beinhofer. Es unterstütze sowohl die Pädagogen, als auch die Kinder. Die Lehrkräfte erhalten Unterrichtsmaterial, das alle Bereiche rund um das Thema Wasser beinhaltet.

Für die Schüler wurde eine Wasserfibel entwickelt, ein Arbeitsheft, das didaktisch für die Zielgruppe der 3. und 4. Jahrgangsstufe aufbereitet ist. Mit verständlichen Texten und eindrucksvollen Bildern soll die Wasserfibel das Interesse wecken.

Die Wasserschule am Bauersberg ist die zweite ihrer Art in Unterfranken. Bereits voriges Jahr startete mit großem Erfolg die erste stationäre Wasserschule im Schullandheim Hobbach im Landkreis Miltenberg. Die stationären Einrichtungen ergänzen das Angebot der Wasserschule, das allen Grund- und Förderschulen für den Unterricht in der eigenen Schule zur Verfügung steht. Im Rahmen des zweitägigen Bauersberg-Symposiums gab es eine Reihe von Möglichkeiten, in Arbeitsgruppen die Inhalte der Wasserschule zu erleben.

Der Regierungspräsident sprach allen Beteiligten seinen Dank für das große Engagement aus und wünschte der Wasserschule am Bauersberg einen großen Erfolg.

Quelle:

Zeitungsartikel aus der Rhön- und Saalepost
vom 20.10.2008

Wünsche statt Grußworte: Bürgermeister Udo Baumann wünscht sich eine Freizeithalle für das Schullandheim am Bauersberg.

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