HS Gaukönigshofen - 6. Kl. (Fr. Dr. Klawitter)

13.06.2008 - 12:00:00

Wir waren im SLH Bauersberg vom 9. Juni - 13. Juni 2008

Hab ich alles eingepackt? Und wie soll ich jetzt meinen Koffer zukriegen?
Mit wem möchte ich ins Zimmer? Eine Woche ohne meine Eltern und Haustiere?
Tausend Fragen haben uns die letzten Tage vor dem Schullandheimtermin beschäftigt. Als wir uns dann endlich am Montagmorgen, den 9. Juni 2008, zur Abfahrt trafen, fiel der Abschied von unseren Eltern eher kurz aus und wir waren neugierig auf das, was kommen sollte. Wir freuten uns auf eine Woche "ohne Schule", dafür aber mit viel Zeit für das Zusammensein mit unseren Freunden.
Wo wir hinfuhren? Geographisch hatten wir diese Frage im GSE-Unterricht behandelt: Wir fuhren in die Rhön.
Nach eineinhalb Stunden und 600 Meter höher erreichten wir das Schullandheim Bauersberg. Der Leiter Herr Köstler begrüßte uns und erklärte uns die Hausregeln.
Also los jetzt: Hausschuhe an und Treppe hoch. Quarzit? Gneis? Marmor? Welches Zimmer mit welchem Gesteinsnamen ist denn nun meines?
Zimmer gefunden! Wer schläft oben, wer unten? Wo liegen Kopf und Füße? Das war schnell geklärt. Aber für manche fingen nun die Probleme an! Die Bettwäsche im Koffer war rasch gefunden und ausgepackt. Wie sollte aber dieser verflixte Spannbezug halten? Die Ecken rutschten immer weg! Einige hatten zu Hause noch nie ein Bett überzogen, denen mussten die anderen Schritt für Schritt erklären, was "Ecke in Ecke" bedeutet. Ach ja, die beiden letzten haben ihre Betten erst am Abend bezogen, nachdem sie vor dem Mittagessen aufgegeben hatten.
Das erste Mittagessen war lecker, verlief aber ziemlich laut. Es ist gar nicht so einfach, das Essen so auszuteilen, dass auch der letzte noch ein Klößchen aus der Suppe bekommt. Zum Glück gab es aus der Küche aber immer genug "Nachschlag", so dass wir alle satt wurden.

Gestärkt machten wir uns auf zu unserer ersten Wanderung, zum "Rothsee".
Der Weg war nur kurz, trotzdem kauften wir uns erst mal ein Eis. Dann zogen wir die Socken aus und wateten am Ufer entlang um Kaulquappen zu fischen und anzuschauen. Genau da regnete es ein paar Tropfen. Als sich die Wolken verzogen hatten liefen wir weiter durch den Wald bis zu einem Stollen. Frau Klawitter erklärte uns, dass in dem Stollen früher Braunkohle abgebaut worden ist. In dem niedrigen Stollen war es dunkel, trotzdem trauten wir uns alle hinein. Vom Eingang des Stollens hatten wir einen tollen Blick hinunter auf einen Steinbruch. Ob hier auch Braunkohle abgebaut wird? Das wollten wir uns an einem der anderen Tage noch genauer ansehen.
Zurück im Schullandheim spielten wir auf dem Außengelände, knüpften Kontakt mit den anderen Schülern dort, oder kümmerten uns als Tischdienst um den Essensraum.
Nach dem Abendessen trafen wir uns wie an allen anderen Abenden im Gemeinschaftsraum, um unsere Erlebnisse in unser Tagesheft oder Postkarten nach Hause zu schreiben.

Wenn man in die Rhön fährt, muss man auch auf die Wasserkuppe.
Am Dienstag sind wir mit dem Bus zur Wasserkuppe gefahren. Dort haben wir uns erst einmal umgesehen, um herauszufinden, was man als Tourist dort erleben kann. Es gibt verschiedene Museen, ein Fliegerdenkmal und eine Sommerrodelbahn. Und die haben wir ausprobiert! Das war klasse!
Danach haben wir Segelflugzeuge beobachtet und Himmelsrichtungsübungen mit dem Kompass gemacht.

Von der Wasserkuppe sind wir über die Fuldaquelle, das Rote Moor, den Heidelstein und die Teufelsmühle zurück zum Schullandheim gelaufen; das waren mindestens 15 Kilometer (gefühlte 30 Kilometer!!!).
Obwohl wir ganz schön müde waren (die anstrengende Wanderung und die Nachtgespräche auf unseren Zimmern waren Schuld!) sind wir nach dem Abendessen noch mal losmarschiert. Wir wollten den Steinbruch erkunden. Diejenigen, die interessiert waren, konnten viel Neues erfahren. Die hundertmeterhohen Wände waren beeindruckend. Man kann genau den Verlauf der Basaltsäulen erkennen. Ein paar von uns versuchten Basaltsteine mit Hämmern auseinander zu hauen. Es sprangen aber nur kleinste Stückchen ab. Einige der schwarzen Steine waren mit leuchtend grünen Kristallen besetzt; dieser Stoff heißt Olivin. Der Basalt wird in der Rhön abgebaut, dann zerkleinert und im Straßenbau verarbeitet.
In dieser Nacht sind die meisten von uns etwas eher eingeschlafen.

Auch am Mittwoch unternahmen wir einen Ausflug. Wir fuhren zum Schwarzen Moor. Die Moorlandschaft war für uns fast etwas unheimlich, irgendwie afrikanisch, wie manche meinten. Die Bäume waren klein und schmal. Die Stöcke, die wir in das Moor warfen, versanken! Wir waren an diesem Tag fast ganz alleine auf dem Plankensteg unterwegs. Und wenn wir es selbst schafften kurz mal nicht zu quasseln, konnten wir die Stille hören. Um etwas mehr über das Moorgebiet, seine Entstehungsgeschichte, die Pflanzen- und Tierwelt zu erfahren hatten uns unsere Lehrerinnen einen Fragebogen mit auf den Weg gegeben, den wir in Gruppen mit Hilfe der vielen Infotafeln bearbeiteten.

Nach dem Mittagessen und Zeit zum Spielen mussten wir wieder laufen, diesmal nach Bischofsheim! In dem Städtchen neben dem Schullandheim haben wir eine Dorfrallye gemacht und natürlich ein bisschen geshoppt.
Die Regenwolken, die uns auf dem Weg zurück begleitet haben, verzogen sich schnell und wir haben an diesem Abend gegrillt, am Lagerfeuer ein paar Lieder gesungen und im Wald nach Wildschweinen gesucht.
In dieser Nacht sind dann fast wirklich alle eher eingeschlafen!

Den Donnerstag haben wir mit Stationenarbeiten und Experimenten im Schullandheim verbracht. In drei Gruppen beschäftigten wir uns abwechselnd mit den Themen "Gesteine und Vulkanismus", "Boden" und "Höhenlinien - Vom Berg zur Karte".
Gesteinsarten gibt es viele. Wir haben vor allem Basalt, Muschelkalk und Buntsandstein untersucht; auf ihre Härte, auf ihren Kalkgehalt (indem wir Salzsäure darauf tropfen ließen). Laura, eine Mitarbeiterin des Schullandheims hat mit dem Schweißbrenner den Basalt flüssig gemacht, so dass etwas Lava entstanden ist. Der Sandstein und der Muschelkalk haben sich bei dieser Hitze nicht verflüssigt.

In einem Sandkasten haben wir mit Hilfe eines Luftballons einen Vulkanausbruch nachgestellt und zu verstehen versucht, wie die Basaltsäulen, die wir im Steinbruch gesehen haben, entstanden sind.
Bodenarten gibt es mindestens so viele wie Gesteinsarten. Bei diesem Themenbereich waren so viele Experimente angeboten, dass wir gar nicht alle bearbeiten konnten. Wir haben mit Hilfe von Erdschichten schmutziges Wasser gereinigt; wir haben unter dem Mikroskop Lebewesen das Bodens betrachtet; wir haben Erde auf dem Bunsenbrenner ausgeglüht, um herauszufinden, dass Walderde viel mehr Humus und noch nicht zersetztes Material besitzt als Ackerboden. Auch wenn der Einzelne nicht alle Experimente durchgeführt hat, eines ist uns klar geworden, Erde ist interessant und vor allem ist sie die Grundlage für unser Leben und wir sollten besser auf sie (und die Regenwürmer!) aufpassen.
Karten gelesen haben wir schon im GSE-Unterricht. Wie aber die Höhenlinien auf die Karte kommen, das haben wir uns am Bauersberg erarbeitet. Wir haben die Höhenlinien auf Papier gezeichnet, ausgeschnitten, auf Styropor übertragen, diese Schichten mit dem Styroporschneider geschnitten und wieder zu einem Berg zusammengepuzzelt.
In dieser Nacht sind dann viele erst wieder sehr spät eingeschlafen, denn es war ja die Nacht, bevor uns Herr Ullmann mit dem Bus wieder abgeholt hat.

Für uns war es eine schöne Woche, auch wenn es natürlich wie überall Auseinandersetzungen und kleine Unfälle gegeben hat.
Wir hatten viel Spaß zusammen und wir haben viel gemeinsam gelernt:
über Steine, Vulkane, Bodenarten, Karten und wie man in einer Gemeinschaft zusammenlebt und wie man Betten bezieht und in einem Zimmer Ordnung hält und neben Mitschülern zu sitzen, von denen man sonst lieber etwas Abstand hält, wie weit unsere Füße uns tragen können und natürlich auch, wie es ist, so ein paar Tage ohne Familie und Haustiere zu sein.
Ach ja, unsere Handys haben wir trotz defektem Kartentelefon nicht vermisst!

Die beiden 6ten Klassen

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