HS Gaukönigshofen: 5. Kl.

23.10.2009 - 12:00:00

Wir waren im SLH Bauersberg

5. Klasse der Hauptschule Gaukönigshofen

Wir waren im Schullandheim Bauersberg vom 19. - 23. Oktober 2009

Der Schulbeginn in diesem Schuljahr war spannend für uns.
Neue Mitschüler, eine neue Schule und neue Lehrer.
Kaum hatten wir uns ein bisschen kennen gelernt und unsere Schule ausgekundschaftet fuhren wir ins Schullandheim.
Hab ich alles eingepackt? Mit wem möchte ich ins Zimmer? Und wer mit mir? Eine Woche ohne meine Eltern und Geschwister?
Für manche war dieser Montagmorgen im Oktober ein ganz besonderer Tag, denn sie waren noch niemals vorher ohne ihre Eltern unterwegs.
Der Abschied fiel bei uns allen sehr kurz aus, denn wir freuten uns schon riesig auf die Woche in der Rhön.
Die Rhön, das hatten wir im Atlas nachgeschlagen, liegt genau im Norden von unserem Schulort Gaukönigshofen.
Nach eineinhalb Stunden Fahrt erreichten wir das Schullandheim Bauersberg.
Was „Die Rhön liegt 600 Meter höher als der Ochsenfurter Gau bedeutet.“, wurde uns schon beim Aussteigen klar.

Die Sonne schien, aber es war viel kälter als zu Hause.
Der Leiter des Schullandheims, Herr Köstler begrüßte uns freundlich und erklärte uns die Hausregeln.
Aber da konnten wir es kaum noch erwarten unsere Zimmer zu beziehen.
Wer schläft oben, wer unten?
Wie passt das Bettzeug in den Bezug?
Gemeinsam haben wir alle Probleme gelöst und am Abend konnte jeder in einem überzogenen Bett schlafen.
Das erste Mittagessen war lecker und wir waren wieder gestärkt für alle Aktivitäten, die wir uns vorgenommen hatten.

Laufen??? Wir machten uns tatsächlich zu Fuß auf zu einem alten Braunkohlestollen. In dem alten Stollen war es ein bisschen gruselig. Aber hineingetraut haben wir uns alle. Von hier aus haben wir einen Steinbruch betrachtet. Wie riesig! Aus welchem Gestein wohl die unterschiedlichen Schichten sind? Das sollten wir in den nächsten Tagen noch ganz genau erfahren.
Ein bisschen verlaufen haben wir uns auf dem Rückweg auch, und das, obwohl wir selbst die Karte gelesen haben.

Nach dem Abendessen trafen wir uns im Gruppenraum. Wir haben dort Plakate für unsere Zimmertüren entworfen. Denn nur, wer draußen draufsteht,
darf nachts auch drin sein!

Am Dienstag stand die „Wasserschule“ auf unserem Programm.
„Mit Wasser kennen wir uns aus!“, dachten wir.
Dass wir in der Wasserschule noch etwas Neues erfahren könnten, hatten wir nicht gedacht!
Da gab es aber doch noch Vieles, das wir entdeckten.
Was wir schon aus dem Unterricht wussten, konnten wir an den Stationen im Studienhaus testen. An den Magnettafeln zeigten wir den „Weg des Trinkwassers“, „Gefahren für unser Trinkwasser“ und den täglichen Wasserverbrauch auf und verfolgten den Weg des Abwassers.

Spannend war der Versuch, in dem wir versuchten Regen in einem „Terrarium“ zu erzeugen. Wasser verdunstet (im Versuch mit Hilfe eines Tauchsieders) und dort, wo der Wasserdampf auf kältere Luftschichten (im Versuch waren das Kühlpacks) trifft, beginnt es zu regnen.
Das zweite Modell, an dem man genau beobachten kann, wie das Wasser unter der Erde durch wasserundurchlässige Schichten gelenkt und geleitet wird, hat uns klar gemacht, wie wichtig es für die Pflanzen und damit auch für uns Menschen ist, dass wir den Grundwasserspiegel nicht absenken.
Interessant war dieser Vormittag.

Der Nachmittag aber wurde klasse!
Nicole, die Geologin des Schullandheimes, hat uns zu einem Bach ganz in der Nähe geführt. Ausgerüstet waren wir mit Gummistiefeln, Keschern, Becherlupen, Bestimmungsbüchern, Döschen und tausend anderen Dingen.
Es war an diesem Oktobertag wirklich sehr kalt, aber nachdem wir angefangen hatten im eiskalten Wasser nach Tieren zu suchen, Steine umzudrehen und zu keschern, haben die meisten von uns die Kälte nicht mehr gespürt. Ein paar sind natürlich auch ins Wasser geplumpst; die sind dann schnell zurück, um ihre Kleider zu wechseln.

Im Studienhaus haben wir gemeinsam mit Nicole unsere Funde ausgewertet und die gefundenen Tiere bestimmt. Wahnsinn, wie viele verschiedene Tiere in so kaltem, schnell fließendem Wasser leben!
Bei einem Wasserquiz mussten wir uns dann ganz auf unser Gehör verlassen und Wassergeräusche bestimmten
Wassersituationen zuordnen.
Schwierig!

„Wasser“ war auch am nächsten noch Tag unser Thema.
Am Morgen nach dem Frühstück erwarteten uns schon Nicole und Britta (sie leistet ein freiwilliges ökologisches Jahr). Sie hatten für uns den Herrn vom Wasserwerk eingeladen. Er nahm sich für unsere Klasse viel Zeit und gemeinsam wanderten wir vom Schullandheim aus zur Quelle, die Bischofsheim mit Wasser versorgt. Wir durften das umzäunte Gelände der Quelle betreten und Herr Gerken schloss für uns die Quelle auf, so dass wir das rauschende Wasser sehen und hören konnten.

Nach der Quelle verfolgten wir den Weg des Wassers weiter. Wir liefen zum Wasserwerk. Dort war alles so sauber und technisch. Zwischen den blitzenden Rohren wurde uns erklärt, zu welchen Tageseiten in Bischofsheim besonders viel Wasser verbraucht wird, wo das Wasser „gespeichert“ wird und noch wahnsinnig viel mehr.
Zum Abschluss bekamen wir Brausetütchen geschenkt, damit wir auch ganz sicher das gute Bischofsheimer Wasser probieren würden. Das hätten wir aber so oder so gemacht! Vielen Dank noch mal für die tolle Führung.

Jetzt war Zeit für eine Rast! Unsere Lunchpakete haben wir auf einem Spielplatz bei strahlendem Sonnenschein gegessen. Gestärkt gingen wir weiter auf unser nächstes Ziel zu: die Kläranlage.

„Da stinkt’s doch! Müssen wir dahin?“, fragten wir am Anfang skeptisch.

Durch die Kläranlage führte uns Herr Keßler Und eklig war da nichts. Nur wahnsinnig interessant. Faszinierend war für uns, durch wie viele Stationen das Schmutzwasser laufen muss, um am Ende so sauber zurück in den Bach zu fließen. Vielen Dank auch für diese tollen Erklärungen.

Am Donnerstag beschäftigten wir uns mit den Gesteinen der Rhön. Britta führte mit uns Gesteinsuntersuchungen durch. Später gestalteten wir dann in Gruppen ein geologisches Profil der Rhön, indem wir Muschelkalk-, Basalt- und Buntsandsteinbröckchen aufklebten.

An unserem letzten Tag sind wir am Nachmittag nach Bischofsheim gelaufen. In dem Städtchen haben wir eine Dorfrallye gemacht und natürlich ein bisschen geshoppt.
Trotz Regen hat auf dem Rückweg keiner gemurrt und obwohl das Lagerfeuer und die Nachtwanderung ins Wasser gefallen sind, war unser letzter Abend mit Spielen doch schön.

Die fünfte Klasse der Hauptschule Gaukönigshofen

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