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25.07.2005 - 12:00:00
Zehn Jahre Geographie/Geologie-Stützpunkt Schullandheim Bauersberg
Schweinfurt: Wer Natur nicht nur erlebt, sondern auch begreift, der wird sie umso intensiver und nachhaltiger erleben. Den Beweis dafür liefert das Schullandheimwerk mit seiner auf Geographie und Geologie spezialisierten Einrichtung am Bauersberg. Die Rhön erleben und begreifen hier Schulklassen aus ganz Unterfranken.
Ruth Klawitter, wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Didaktik der Geographie an der Uni Würzburg, leitet das 14-köpfige Team der vor zehn Jahren gegründeten Arbeitsgemeinschaft Geographie. Lehrer wie Klawitter, die meisten aus dem Volksschulbereich, engagieren sich ehrenamtlich für die konzeptionelle Entwicklung des Geographie/Geologie-Stützpunktes und dessen sachliche Ausstattung: Experimentier- und Arbeitsräume, Unterrichtsmaterialien.
Wann schmilzt Basalt? Die experimentelle Beantwortung dieser Frage am Beispiel von Gesteinsproben, die Erläuterung der mittlerweile ansehnlichen Mineralien-Sammlung sowie die Untersuchung von Gesteinen und Wasserproben kommen bei den - meist zehn- bis zwölfjährigen - Schülerinnen und Schülern am Bauersberg immer gut an. Das Biosphärenreservat lernen sie geographisch besser kennen, indem sie es mit einem riesigen Puzzle aus 150 Teilen zusammensetzen. Den vulkanischen Ursprung der Rhön lernen sie besser verstehen, wenn er ihnen bei den Wanderungen auch von der Natur im Steinbruch erklärt wird. Der Wald und die Orientierung mittels Karte - und sogar GPS - spielen bei diesen Wanderungen natürlich auch eine wichtige Rolle.
Drei Klassen gleichzeitig kann das Schullandheim am Bauersberg oberhalb von Bischofsheim beherbergen. 17 Euro Vollpension kostet das pro Person und Tag. Empfänger von ALG II erhalten den Aufenthalt ihrer Kinder (pädagogische Maßnahme) bezahlt.
Genaus so wichtig wie das Gemeinschaftserlebnis der Schüler und ihr "aktives Natur erleben" ist Ruth Klawitter die praktische Erfahrung der Lehrkräfte, die sie hier gewinnen. Weshalb Klawitter den Bauersberg für die Ausbildung der Geographie-Lehrer an der Uni ausbauen will. Der seit vier Jahren existierende Kooperationsvertrag mit der Uni ermöglicht Blockveranstaltungen für Studierende und Lehrerfortbildungen: "Theoriegeleitete, praxisorientierte Ausbildung".
Die originale Begegnung von Natur, Pädagogen und Schülern am Bauersberg sei deutschlandweit einmalig, urteilt Rudolf Gampl, der Vorsitzende des Schullandheimwerkes.
Der Bauersberg gehört der Stadt Schweinfurt, weshalb sie als Träger der "großen Baulast" jährlich rund 20.000 Euro investiert. Getragen und finanziert wird die Einrichtung vom Schullandheimwerk Unterfranken. Rudolf Gampl beziffert den finanziellen Zuschuss auf durchschnittlich 75.000 Euro pro Jahr. Er möchte davon weg, indem das Schullandheim Bauersberg auch bei schlechtem Wetter und in der kalten Jahreszeit belegt ist. Dafür, meint Gampl, brauche der Bauersberg aber unbedingt eine Sporthalle. "Keine große nach DIN, sondern eine ganz praktische für nur 75.000 Euro". Der Platz dafür liege auf dem Grundstück. 75 Prozent der Finanzierung habe man beisammen. Den Rest betreffend hofft Gampl auf Unterstützung seitens der Stadt und auf Sponsoren.
Quelle:
Zeitungsartikel aus der Schweinfurter Volkszeitung
vom 25. Juli 2005