Messen, sägen, bohren, schleifen, lackieren

07.08.2004 - 12:00:00

Messen, sägen, bohren, schleifen, lackieren

Messen, Sägen, Bohren, Schleifen, Lackieren
Schülerinnen und Schüler der Klasse M7 der Albert-Schweitzer-Schule auf dem Blockseminar im SLH Bauersberg mit ihren Betreuern Diana Grünkorn, Nicole Bahr und Dr. Peter Pfriem.

Kooperation von Hauptschule und Uni: Albert-Schweitzer-Schüler übten erste berufsbezogene Qualifikationen

BERGL (-ER.) Im Rahmen eines freiwilligen Projekt-Wochenendes ist jüngst die 7. Klasse des M-Zweigs der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) mit ihren Lehrerinnen Nicole Bahr und Diana Grünkorn in das Schullandheim Bauersberg bei Bischofsheim an der Rhön gefahren.

Beim Bau eines Planspiels mit Holzarbeiten, Malerarbeiten, künstlerischem Gestalten und Arbeit am PC zeigten die Schülerinnen und Schüler Ausdauer, Genauigkeit, Konzentration, Teamfähigkeit und Flexibilität. Das Seminar wurde konzipiert und begleitet durch den Fachvertreter für die Didaktik der Arbeitslehre an der Universität Würzburg, Dr. Peter Pfriem und eine Gruppe von Studenten.

Die Idee für ein solches Werkstattseminar kam von der Lehramtsanwärterin Diana Grünkorn, die an der Albert-Schweitzer-Schule ihr erstes Dienstjahr absolviert. Dazu kooperierte man mit der Arbeitslehredidaktik der Universität Würzburg. Dr. Pfriem führte an der ASS einen Elternabend durch, auf dem die Ziele dieses freiwilligen Projektseminars erläutert wurden: Eigenverantwortliches Arbeiten im Team, eine kritische Selbsteinschätzung eigener Fähigkeiten und Fertigkeiten durch die 12- bis 14-jährigen Schüler, die Gestaltung eines Planspiels, das Erlernen dieses Planspiels zur Vermittlung wirtschaftlichen Grundwissens und die Erprobung eigener Präsentationsfähigkeiten durch Tutorentätigkeit der Schüler bei der Erklärung und Durchführung des Spiels in anderen Klassen.

Ob ein solches Projektseminar tatsächlich Verhaltens- und Einstellungsänderungen bei den Schülern hervorbringt, wurde durch zwei schriftliche Schülerbefragungen geprüft, die Pfriem und seine Studenten auswerten werden. Doch nicht nur für die Lehrkräfte und die Schüler hatte dieses Blockseminar einen Lerneffekt, die Studierenden konnten sich in einer detaillierten Schülerbeobachtung üben, deren Ergebnisse mit den Beobachtungen der "Profi"-Lehrerinnen verglichen und gemeinsam noch diskutiert werden.

Auch der direkte Kontakt mit den Schülern während des Wochenendes brachte wichtige Einblicke in die Anforderungen des angestrebten Lehrerberufs. So bauten die Schüler an diesem Wochenende das Planspiel "Gründermanie", entwickelt von Tanja Borst, einer früheren Studentin der Arbeitslehre. Sie übten das präzise Messen und Anreißen, sägten, bohrten, schliffen, lackierten, bis die Spielelemente aus Holz fertig waren. Sie erstellten am Computer Spielanleitungen und Spielkärtchen, die einlaminiert wurden und gestalteten das Quadratmeter große Spielbrett künstlerisch.

Das fertige Spiel, das nun von Schülern für Schüler an der Schule eingeführt wird, soll wirtschaftliches Grundwissen über Marktwirtschaft, Verständnis einfacher Marktmechanismen und internationale wirtschaftliche Verflechtungen (Planung, Produktion und Vermarktung) vermitteln.

Nicht alle Schüler der M 7 konnten an diesem Wochenende teilnehmen, nicht alle Eltern unterstützten das Anliegen der Lehrkräfte und der Schulleitung, doch alle Teilnehmer dieses Projektwochenendes hatten bei der Arbeit in den Werkstätten und beim Spielen viel Spaß. Außerdem haben sie viel für den Arbeitslehre-Unterricht und wohl auch über sich selbst viel gelernt.

Quelle:

Zeitungsartikel aus dem Schweinfurter Tagblatt
vom 7. August 2004

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