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09.08.2004 - 12:00:00
Schweinfurt "Der Bauersberg ist kein Auslaufmodell; er bleibt uns lieb und teuer," bekräftigte Bürgermeister Otto Wirth bei seinem Besuch im traditionellen Zeltlager.
Alle 20 Zelte, extra Anfertigungen "Modell Schweinfurt", sind dort zurzeit aufgestellt und von Kindern im Alter zwischen neun und dreizehn Jahren belegt. Ein Drittel der Kinder kommt aus dem Landkreis; alle anderen wohnen in der Stadt. Es sind auch Kids aus Aussiedlerfamilien dabei. Die gesamte Rasselbande wird von elf Betreuern bewacht, angeleitet, unterhalten - und dabei ohne Zwänge auch erzogen. Leiter des zweiwöchigen Zeltlagers ist der diplomierte Betriebswirt Detlef Müller aus Schweinfurt.
Das schöne Wetter sorgt für gute Stimmung, ermöglicht Sport, viele Wanderungen und lange Abende am Lagerfeuer. "Alles happy", hieß es übereinstimmend von den Kindern.
Gar nicht glücklich ist Müller über den enormen Lkw-Verkehr. Morgens zwischen fünf und sechs Uhr schon lärmen die Laster im Minutentakt den Bauersberg hinunter und hinauf. Hunderte seien es täglich, die Material aus dem Steinbruch oberhalb des Zeltlagers zum Autobahnbau befördern. Müllers größte Sorge ist aber nicht Lärm und Staub, sondern die extreme Unfallgefährdung seiner Kinder. "Die donnern wie verrückt den Berg rauf und scheren sich weder um Tempo 60 noch um Warnwesten," bestätigt Hausleiter Roland Becker. Der Eingang zum Bauersberg liegt in einer unübersichtlichen Kurve und sollte längst verbessert sein. Ein- und Ausfahrt sei problematisch, die notwendige Überquerung der Straße mit den Kindern gefährlich.
Gleichwohl lobt Becker die Stadt, weil sie ihre Liegenschaft pflege und nicht vergammeln lasse. Im Hauptgebäude werden demnächst die sanitären Anlagen erneuert. Im vergangenen Jahr ist das bereits im Lagergebäude geschehen. Wirth will sich dafür einsetzen, dass die Stadt Mittel bereitstellt, um hier eindringendes Wasser abzuwehren. Im übrigen werde die Stadt bis 2005 am Bauersberg jährlich zwischen 20 000 und 30 000 Euro investieren, die 2500 bis 3500 Euro Ausgaben für den Zeltlagerplatz nicht gerechnet, so der Bürgermeister. Er hat mit den Kindern gegessen und sichtlich Spaß an ihrer Disziplin und Fröhlichkeit gehabt.
Quelle:
Zeitungsartikel aus dem Schweinfurter Tagblatt
vom 9. August 2004