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09.08.2010 - 12:00:00
Schweinfurts Bürgermeister Sebastian Remelé zur Zukunft des Schullandheims Bauersberg
Der Bauersberg, ein Stiefkind der Stadt Schweinfurt? Dieser Vorwurf ist immer wieder einmal zu hören. Was sagt Schweinfurts Oberbürgermeister Sebastian Remelé dazu?
Bisher hat sich noch bei keinem Sommerlager des Stadtjugendrings Schweinfurt im Schullandheim auf dem Bauersberg das Schweinfurter Stadtoberhaupt sehen lassen. Erstmals in der Geschichte dieses Sommerlagers, das schon seit über 50 Jahren veranstaltet wird, kam der in diesem Jahr neu gewählte Oberbürgermeister zum Bauersberg. „Ein wichtiges Signal“, so Rudolf Gampl, Vorsitzender des Schullandheimwerks Unterfranken.
Seit über 50 Jahren kommen Kinder aus Stadt und Landkreis Schweinfurt in den Sommerferien zum Bauersberg. Unter den neun bis 13 Jahre alten Jungen und Mädchen sind diesmal auch zwei Kinder des Oberbürgermeisters. Der bestand nach eigenem Bekunden darauf, am „Promi-Tag“ selbst zum Bauersberg zu kommen. Die Vorsitzende des Stadtjugendrings Schweinfurt, Marlies Denecke, freute sich sehr, dass sich Oberbürgermeister Sebastian Remelé Zeit genommen hatte.
Durch Zuschüsse seitens der Stadt Schweinfurt ist es dem Stadtjugendring möglich, auch den Kindern, deren Eltern sich keinen Urlaub leisten können, Erholung zu bieten. Kinder unterschiedlicher Schulrichtungen und gesellschaftlicher Schichten kommen in den Ferien zusammen, lernen sich kennen und erleben Gemeinschaft.
Nach Ansicht des Oberbürgermeisters ist es in Schweinfurt zu einer etwas stiefmütterlichen Behandlung der von der Stadt Schweinfurt und dem Schullandheimwerk Unterfranken getragenen Einrichtung am Bauersberg gekommen, weil die Nachfrage nach Aufenthalten im Schullandheim nachließ. Aufgabe sei es nun, im Stadtrat neues Verständnis für den Bauersberg zu schaffen.
Allerdings machte Remelé deutlich, dass es wohl nicht möglich sein wird, dass das Schullandheim Bauersberg einen Standard wie das geplante Grüne Klassenzimmer in Oberelsbach erreichen wird.
Verständnis habe er, dass die Schulen einen gewissen Standard einfordern, doch auch eine einfache Unterbringung habe ihren Wert und dürfe nicht verkannt werden. Ohne näher ins Detail zu gehen, signalisierte Remelé aber, dass Modernisierungen nicht von vornherein ausgeschlossen sind. „Es muss im Stadtrat zum Thema gemacht werden, um Gelder für den Bauersberg frei zu machen.“ Der Bauersberg könne aber auf der Prioritätenliste nicht ganz oben stehen, so Remelé weiter, so lange in Schweinfurt selbst Schulen sanierungsbedürftig sind.
Dennoch betonte er, persönlich vom Bauersberg begeistert zu sein, die Idee und das Konzept unterstützen zu wollen. „Ich werde mich gerne für den Bauersberg einsetzen.“ Worte, die Rudolf Gampl wohlwollend aufnahm.
Im Anschluss an den Besuch und das gemeinsame Spiel mit den Kindern fand ein Vier-Augen-Gespräch zwischen Gampl und Remelé statt, in dem es um die Zukunft des Schullandheims am Bauersberg gehen sollte. Soviel ließ Gampl verlauten, dass die Bestrebungen dahin gehen, den Bauersberg gemeinsam mit der Stadt Schweinfurt, dem Landkreis Rhön-Grabfeld und der Stadt Bischofsheim breit aufzustellen.
Quelle:
Zeitungsartikel aus der Mainpost
vom 09.08.2010
Hoher Besuch: Oberbürgermeister Sebastian Remelé besuchte die Schweinfurter Kinder beim Sommerlager am Bauersberg und sprach über die Zukunft des Schullandheims in der Rhön. Foto: Marion Eckert