Am Bauersberg begegnen sich Theorie und Praxis

19.10.2005 - 12:00:00

Am Bauersberg begegnen sich Theorie und Praxis

Einmalige Partnerschaft mit der Universität Würzburg

Bischofsheim (me) Im Schullandheim am Bauersberg fand ein Symposium verbunden mit der Jubiläumsfeier zum 10-jährigen Bestehen der Arbeitsgemeinschaft Geographie / Geologie statt. Der stellvertretende Vorsitzende des Schullandheimwerks Unterfranken Wolfgang Specht konnte neben zahlreichen geladenen Gästen auch den Schirmherrn der Veranstaltung, Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer begrüßen.

Der Vorsitzende des Bayerischen Schullandheimwerks, Rudolf Suttner sprach zunächst über die Struktur der Schullandheime im Allgemeinen. 1927 wurde das erste Schullandheim in Bayern gegründet. Das Schullandheimwerk in Unterfranken gibt es seit 1972. Vom Bauersberg seien damals schon entscheidende Impulse zu Gründung ausgegangen. Einmalig sei am Bauersberg über die Partnerschaft mit der Uni Würzburg. In den vergangenen zehn Jahren sei im Themenbereich Geographie und Geologie sehr viel entwickelt, gebaut, getestet, umgesetzt und hinterfragt worden.

So eine Jubiläumsfeier sei nicht nur dazu da um zu loben, sondern auch Kritik zu üben. So kritisierte Suttner nicht die Arbeit am Bauersberg und die der Arbeitsgemeinschaft, sondern das Festhalten am Althergebrachten, dass viele Kollegen sich nicht trauen würden, die vortrefflich erarbeiteten Bausteine in den Schullandheimaufenthalt ihrer Klassen einzubauen. "Warum wird häufig das Entdecken und Forschen in einen zeitgemäßen Schullandheim-Unterricht nicht mit einbezogen? Verstehen die Lehrer die Bausteine nicht zu verwenden?"

Seit zehn Jahren schon besteht am Bauersberg die Möglichkeit, den Unterricht vom Schüler aus zu gestalten. Es gehe hier nicht um nachmachen sondern um eigene Erfahrungen und eigenes Experimentieren. "Nur warum haben akademisch ausgebildete Lehrer eine Schwellenangst, selbst mit Schülern zu experimentieren", so Suttner weiter. "Ist der Mut zum Irrtum, zum Forschen und Experimentieren verloren gegangen? Ist Unterricht nur dann gut, wenn alles perfekt ist?" Versuch und Irrtum seien doch das Elixier des Lebens.

Am Bauersberg gebe es vielfältige Möglichkeiten sich zu erproben und Erfahrungen zu sammeln. Das Symposium wandte sich daher an Lehrer und angehende Pädagogen, die sich mit dem Thema Geographie und Geologie befassen. Der methodische und pädagogische Umgang mit den Unterrichtsschwerpunkten und den vorhandenen Bausteinen sollte ihnen näher gebracht werden.

Dabei ging es um Themen wie Orientierung mit Karte, Kompass und GPS, um Sinneserfahrungen mit Steinen und das Thema Braunkohle und Basalt. Von der Uni Würzburg sprach Prof. Dr. Dieter Böhn und hob die in Bayern und Deutschland einmalige enge Zusammenarbeit zwischen Schullandheim und Universität hervor. Die Arbeitsgemeinschaft erarbeite hier wichtige Impulse für die Lehrerausbildung.

Die Wissenschaftliche Assistentin Ruth Klawitter, Leiterin der Arbeitsgemeinschaft am Bauersberg, gab in einem Grundsatzreferat einen Einblick in die Arbeitsweise der Lehrerausbildung. Im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Praxis und der Persönlichkeit spiele sich die universitäre Ausbildung ab, wobei der Bauersberg ein perfektes Übungsfeld für die praktische Arbeit sei.

Quelle:

Zeitungsartikel aus dem Rhön Saale Anzeiger
vom 19. Oktober 2005

Das zehnjährige Jubiläum der Arbeitsgemeinschaft Geographie und Geologie im Schullandheim am Bauersberg wurde mit einem Symposium gefeiert. Die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft, Ruth Klawitter führte Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer durch die Ausstellung. Das Bild zeigt (von links): Erwin Memmel (stellvertretender Vorsitzender Schullandheim Unterfranken), Karl-Heinz Knötig (Jugendamtsleiter der Stadt Schweinfurt), Rudolf Suttner (Vorsitzender Schullandheimwerk Bayern), Ruth Klawitter und Dr. Paul Beinhofer, Wolfgang Specht (stellvertretender Vorsitzender Schullandheimwerk Unterfranken), Prof. Dr. Dieter Böhn sowie Bürgermeister Udo Baumann.

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